Wilde Ehen – wilde Steuerbescheide …

Zinslose Darlehen können bei nicht verheirateten Paaren zur üblen Steuerfalle werden. Beispiel:
Klaus leiht seiner Freundin 200.000 Euro zinslos auf zehn Jahre fest zum Hausbau. Das Finanzamt sieht darin eine Schenkung. Es rechnet wie folgt:
- 200.000 Euro x 5,5 Prozent = 11.000 Euro jährliche Zinsschenkung x 10 Jahre = 110.000 Euro Gesamt-Schenkung
- Abzüglich 20.000 Euro Freibetrag = steuerpflichtig 90.000 Euro.
- 90.000 Euro x 30 Prozent Steuersatz = 27.000 Euro Schenkungssteuer.

Man kann das im Moment zwar leicht entschärfen, indem man nachweist, dass der Marktzins unter 5,5 Prozent liegt. Aber unter 20.000 Euro Schenkungssteuer wird Klaus’ Freundin nicht davonkommen.

Übrigens: Wird das Geld „einfach so“ geliehen, ohne dass etwas über den Zeitraum vereinbart wird, unterstellt das Finanzamt auch „einfach so“ eine Laufzeit von 9,3 Jahren. (§ 13 Abs. 2 Bewertungsgesetz)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für München